Insights
Praxisnahe Gedanken zu Applied AI, Automatisierung und digitaler Umsetzung – ohne Hype, mit Fokus auf das, was im Alltag wirklich funktioniert.
Recht & Regulierung
uniVersa, OpenAI und ein Server, der wenige Stunden offen war: Warum KI-Crawler ein neues Zeitfenster-Problem sind
Bei der Versicherung uniVersa war während einer IT-Migration am 7. Juli 2026 ein Server für wenige Stunden offen zugänglich – ausreichend, damit ein KI-Crawler von OpenAI Kunden-Namen, -Adressen, Vertragsdaten und teilweise Bankverbindungen abgriff. Der Fall wurde der bayerischen Datenschutzaufsicht gemeldet. Zeitgleich hat der Europäische Datenschutzausschuss erstmals umfassende Leitlinien zu Web-Scraping im KI-Kontext verabschiedet. Zusammen zeigen beide Entwicklungen ein Risiko, das die meisten Unternehmen bei ihrer IT-Sicherheit nicht auf dem Schirm haben: KI-Crawler sind permanent aktiv und können ein kurzes Konfigurationsfenster sofort ausnutzen.
30. August 2026 · 10 Min. Lesezeit
Strategie & Forschung
Neun von zehn Führungskräften spüren noch keinen KI-Effekt – und Team und Chefetage erwarten für die Zukunft Gegensätzliches
Eine internationale Studie mit Beteiligung der Deutschen Bundesbank, der Bank of England und der Atlanta Fed – rund 6.000 befragte Führungskräfte in den USA, UK, Deutschland und Australien – zeigt: Obwohl rund 70 Prozent der Unternehmen KI aktiv nutzen, berichten neun von zehn Führungskräften, dass sich in den letzten drei Jahren im eigenen Betrieb kein messbarer Effekt auf Produktivität oder Beschäftigung eingestellt hat. Für die Zukunft erwarten Führungskräfte und Belegschaft aber gegensätzliche Entwicklungen – eine dokumentierte Erwartungslücke, die für sich genommen schon ein Führungsproblem ist.
29. August 2026 · 10 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
Anthropic gegen das Pentagon: Wenn die eigenen Nutzungsrichtlinien eines KI-Anbieters zum politischen Risiko werden
Ein US-Bundesgericht hat am 27. August 2026 die Einstufung Anthropics als „Lieferketten-Sicherheitsrisiko“ durch das US-Verteidigungsministerium für verfassungswidrig erklärt. Ausgelöst wurde der Konflikt dadurch, dass Anthropic in Vertragsverhandlungen darauf bestand, Claude nicht für autonome Waffensysteme oder inländische Massenüberwachung freizugeben. Das Pentagon reagierte mit einer Einstufung, die normalerweise ausländischen Bedrohungsakteuren vorbehalten ist – und schnitt Anthropic damit effektiv vom gesamten Bundesauftragsgeschäft ab. Für Unternehmen, die einen KI-Anbieter mit eigenen ethischen Leitplanken einsetzen, zeigt der Fall: Nutzungsrichtlinien sind kein reines Marketing-Statement, sondern ein echter Risikofaktor.
28. August 2026 · 10 Min. Lesezeit
Strategie & Forschung
Nvidia kauft Hugging Face für 12,9 Mrd. USD – die neutrale Verteilstelle für Open-Source-KI gehört jetzt dem größten Hardware-Anbieter
Nvidia hat sich laut übereinstimmenden Berichten darauf geeinigt, Hugging Face – die zentrale Plattform für den Austausch von Open-Source-KI-Modellen – für 12,9 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Bemerkenswert: Hugging Face hatte 2025 ein deutlich kleineres Investment von Nvidia explizit abgelehnt, weil man keinen einzelnen dominanten Investor wollte. Für Unternehmen, die Open-Source-Modelle gerade zur Vermeidung von Anbieterabhängigkeit einsetzen, entsteht damit eine neue, konzentrierte Abhängigkeit – vom größten KI-Hardware-Anbieter der Welt.
27. August 2026 · 10 Min. Lesezeit
Strategie & Forschung
Nvidia erhöht KI-Server-Preise um über 15% – die eigentliche Ursache betrifft auch euren nächsten Laptop-Einkauf
Am 22. August 2026 wurden Microsoft, Google und Oracle über Preiserhöhungen von über 15 Prozent bei Nvidias kommenden KI-Servern informiert. Die Begründung – steigende Speicherchip-Kosten – klingt nach einem vorübergehenden Lieferengpass. Tatsächlich handelt es sich um eine dauerhafte Neuverteilung der weltweiten Speicherchip-Produktion zugunsten von KI-Beschleunigern, mit Folgen weit über KI-Server hinaus: für jeden Laptop-, Server- und Hardware-Einkauf, den ein Unternehmen in den nächsten Jahren plant.
23. August 2026 · 10 Min. Lesezeit
Recht & Regulierung
Eine US-Klage gegen ein KI-Notiztool zeigt das Problem – in Deutschland ist es strafrechtlich, nicht nur zivilrechtlich
Im August 2026 verklagte eine ehemalige Mitarbeiterin von Marathon Engineering ihren früheren Arbeitgeber – als zentrales Beweisstück diente die KI-Mitschrift des eigenen Kündigungsgesprächs, erstellt vom Tool Fireflies. Was in der US-Berichterstattung als Zustimmungs- und Beweisfrage behandelt wird, ist in Deutschland etwas anderes: eine unbefugte Aufnahme des gesprochenen Worts ohne Einwilligung aller Beteiligten kann eine Straftat nach § 201 StGB sein – und juristische Analysen zeigen, dass genau das bei den meisten marktüblichen KI-Meeting-Tools technisch der Fall sein kann.
22. August 2026 · 11 Min. Lesezeit
Recht & Regulierung
GEMA gegen Suno: München entscheidet – und lässt offen, wann euer eigener Prompt euch haftbar macht
Das Landgericht München I hat der GEMA in ihrer Klage gegen den KI-Musikgenerator Suno am 31. Juli 2026 überwiegend recht gegeben – eines der bislang wichtigsten deutschen Urteile zu generativer KI und Urheberrecht. Die Haftung liegt laut Gericht aktuell beim Anbieter, weil Nutzer nur einfache, offene Prompts verwendet hätten. Das Gericht lässt aber ausdrücklich offen, dass sich das umkehrt, wenn ein Nutzer mit wiederholt angepassten, steuernden Vorgaben gezielt auf ein bestimmtes geschütztes Werk hinarbeitet – genau das Muster, wie viele Marketing- und Content-Teams KI-Tools iterativ einsetzen.
21. August 2026 · 11 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
Anthropics neueste Modelle erzwingen 30 Tage Datenspeicherung – Microsoft schränkte deshalb die eigene Nutzung ein
Anthropic verlangt seit Juli 2026 für seine neuesten und leistungsfähigsten Modelle – Claude Fable 5 und die Mythos-Klasse – eine verpflichtende 30-tägige Datenspeicherung, ohne Zero-Data-Retention-Option. Microsoft schränkte daraufhin die interne Mitarbeiternutzung ein, während man die Richtlinie prüfte. Gestern hat OpenAI mit Private Safety Processing einen Gegenentwurf vorgestellt: Missbrauchserkennung ohne vollständige Datenspeicherung. Für Unternehmen, die zwischen beiden Anbietern wählen oder bereits Fable 5 einsetzen, ist das eine konkrete Compliance-Entscheidung, keine abstrakte Debatte.
20. August 2026 · 11 Min. Lesezeit
Produkt & Kosten
Der Copilot-Aufschlag auf Microsoft 365 – und der Classic-Tarif, den kaum jemand bekommt
Seit dem 1. Juli 2026 kostet Microsoft 365 für Geschäftskunden weltweit mehr – bis zu 43 Prozent, offiziell begründet mit neu integrierten Copilot-Funktionen. Nach Microsofts eigenen Zahlen zahlen aber unter 4,5 Prozent der rund 500 Millionen Kunden überhaupt aktiv für Copilot. Während Wettbewerbsbehörden in Großbritannien, Australien und Italien inzwischen prüfen, ob Kunden ohne klaren Hinweis in die teureren Tarife verschoben wurden, gibt es für Deutschland keine vergleichbare Untersuchung – und der günstigere Classic-Tarif ohne KI-Aufschlag bleibt hierzulande für die meisten praktisch unerreichbar.
19. August 2026 · 10 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
OpenAI löst sein Preparedness-Team auf – genau das Team, das GPT-5.6-Cyber hätte bewerten sollen
OpenAI hat Ende Juli 2026 sein Preparedness-Team aufgelöst – die Einheit, deren Aufgabe es war, zu bewerten, ob Frontier-Modelle katastrophale Risiken bergen. Es ist das dritte sicherheitsfokussierte Team, das OpenAI binnen zwei Jahren auflöst, und es fällt zusammen mit dem Abgang der einzigen dedizierten Ethik-Chefin und des langjährigen COO – kurz vor einem erwarteten Börsengang. Genau dieses Team hätte die Risikobewertung für Fähigkeiten wie GPT-5.6-Cyber verantwortet, über die wir vor wenigen Tagen geschrieben haben.
18. August 2026 · 11 Min. Lesezeit
Strategie & Forschung
Anthropic meldet den ersten operativen Gewinn – genau in den zwei Monaten mit Rabatt-Rechenleistung
Anthropic hat vorläufige Q2-2026-Zahlen gemeldet: über 11,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und der erste operative Gewinn der Firmengeschichte, zwei Jahre früher als geplant. Beim Abgleich mit SpaceX' eigener Börsenprospekt-Einreichung fällt aber etwas auf, das kaum eine Meldung erwähnt: Genau in diesem Quartal lief bei Anthropics größtem neuen Rechenleistungs-Deal mit xAI ein zweimonatiger Rabattzeitraum. Kein Beweis für Bilanzkosmetik – aber ein Grund, die Zahl nicht unhinterfragt als Beleg dauerhafter Wirtschaftlichkeit zu übernehmen.
17. August 2026 · 11 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
OpenAIs Hacking-Modell findet reale Chrome-Lücken – und der Zugang bleibt bei fünf Großkonzernen
OpenAI hat sein Daybreak-Programm um die Stufe Daybreak Red erweitert und damit Zugang zu GPT-5.6-Cyber geschaffen – einem Modell, das laut OpenAIs eigener Benchmark 95 Prozent offensiv-sicherheitsrelevanter Aufgaben löst, wo das reguläre Modell nur 1,5 Prozent schafft. Das Modell fand bereits reale Chrome-Zero-Days. Was in der Berichterstattung untergeht: Der Zugang läuft exklusiv über fünf Partnerkonzerne – ein Mittelständler bekommt diese Verteidigungsfähigkeit nicht selbst, sondern nur, wenn sein IT-Dienstleister zufällig einer dieser Partner ist.
15. August 2026 · 11 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
Ein KI-Agenten-Anbieter löscht bald Kundendaten – nicht wegen DSGVO, sondern wegen einer Order aus Peking
Der KI-Agenten-Anbieter Manus hat gestern offiziell bestätigt, sich von Meta zu trennen – nachdem Chinas Wirtschaftsplanungsbehörde die 2-Milliarden-Dollar-Übernahme im April rückabwickeln ließ. Ab dem 23. August löscht Manus die Daten bestimmter Nutzer, die seit der Übernahme entstanden sind. Ich habe Manus' eigenen Blogpost gelesen: Business- und Team-Accounts werden dort mit keinem Wort erwähnt. Das ist kein DSGVO-Fall, sondern ein Vendor-Risiko, das keine europäische Checkliste abdeckt.
14. August 2026 · 11 Min. Lesezeit
Recht & Regulierung
Anthropic markiert KI-Texte weltweit – und beschreibt selbst, wie leicht die Markierung verschwindet
Anthropic hat gestern angekündigt, KI-generierte Texte und Bilder weltweit mit einer Markierung zu versehen – ausdrücklich als Reaktion auf Artikel 50 des EU AI Act, über den wir letzte Woche geschrieben haben. In der eigenen Support-Dokumentation steht aber auch, wie leicht diese Markierung verschwindet: bei Bearbeitung, Übersetzung, Kürzung oder entfernten Datei-Metadaten. Wer daraus schließt, mit Claude automatisch compliant zu sein, verwechselt die Pflicht des Anbieters mit der eigenen.
12. August 2026 · 12 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
Meta macht lokale KI-Agenten für den Mittelstand bezahlbar – und liefert die eigenen Sicherheitszahlen gleich mit
Meta hat heute Muse Glimmer veröffentlicht: ein 30-Milliarden-Parameter-Agentenmodell, das auf einer einzelnen handelsüblichen Grafikkarte läuft. Damit wird lokale KI erstmals für den Mittelstand wirtschaftlich real – ein Bruch zu den 30.000 bis 110.000 US-Dollar monatlich, die wir für das Selbst-Hosting eines Grenzmodells vor Kurzem durchgerechnet haben. In denselben Herstellerangaben steht aber auch: Metas eigenes Sicherheits-Benchmark zeigt eine höhere Angriffserfolgsquote als bei einem kleineren Konkurrenzmodell – ausgerechnet für den Einsatzzweck, für den Meta das Modell bewirbt.
10. August 2026 · 13 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
Anthropics neue Kontrollstelle vor jeder KI-Anfrage – und die Lücke, die sie laut eigener Dokumentation offen lässt
Anthropic hat eine neue Kontrollstelle für Claude Enterprise vorgestellt: Jede Anfrage wird vor der Verarbeitung an einen Sicherheitsserver des Unternehmens geschickt. Die Pressemeldungen feiern das als Antwort auf einen Sommer voller KI-Sicherheitsvorfälle. Ein Blick in Anthropics eigene technische Dokumentation zeigt etwas anderes: Genau die Lücke, die wir letzte Woche bei MCP-Servern beschrieben haben, bleibt laut Herstellerangabe ausdrücklich offen.
7. August 2026 · 13 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
143.000 Sicherheitslücken in MCP-Servern: alte Fehler an neuer Stelle
Anaconda hat den KI-Sicherheitsanbieter Enkrypt AI gekauft – und dessen Zahl von 143.000 Schwachstellen in MCP-Servern stammt ausgerechnet von der Firma, die sich gerade verkauft hat. Unabhängige Sicherheitsforschung von sechs weiteren Quellen bestätigt trotzdem: Das Grundproblem ist real. Nur ist es kein neues KI-Risiko, sondern ein zwanzig Jahre altes Web-Sicherheitsproblem an einer Stelle, die kaum jemand als Angriffsfläche behandelt.
5. August 2026 · 12 Min. Lesezeit
Recht & Regulierung
Die EU-AI-Act-Pflicht, die niemand verschoben hat
Die Verschiebung der EU-AI-Act-Fristen war echte, korrekt berichtete News. Das Problem ist, was viele Unternehmen daraus gemacht haben: alles verschoben, also nichts zu tun. Am 2. August wurde ausgerechnet die Pflicht durchsetzbar, die fast jedes Unternehmen mit einem Chatbot betrifft – und die Bundesnetzagentur bekam an genau diesem Tag die Befugnis, sie zu prüfen.
4. August 2026 · 12 Min. Lesezeit
Strategie & Forschung
Azures Wachstumszahl ist keine Nachfragezahl – wie man einen Quartalsbericht als Kapazitätsprognose liest
Microsoft meldete am 29. Juli 43 Prozent Azure-Wachstum und wurde dafür an der Börse gefeiert. Was in der Berichterstattung untergeht: Die eigene Finanzchefin bestätigt im selben Call, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. Damit ist die gefeierte Zahl nicht die Nachfrage – sie ist die Grenze dessen, was Microsoft liefern konnte. Das lässt sich als Kapazitätsprognose für das eigene Projekt nutzen.
31. Juli 2026 · 12 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
Als es ernst wurde, verweigerte das Werkzeug den Dienst
Nvidia hat mit 44 Partnern eine Allianz für offene KI-Sicherheitswerkzeuge gegründet. In der Begründung steht ein Satz, der die gängige Debatte umdreht: Während des Angriffs auf Hugging Face blockierten geschlossene KI-Werkzeuge die forensische Analyse, weil sie Angreifer nicht von Verteidigern unterscheiden konnten. Daraus folgt eine Risikokategorie, die in kaum einem Unternehmen erfasst ist.
30. Juli 2026 · 13 Min. Lesezeit
Strategie & Forschung
Rechenzeit ist keine Ware mehr, sondern eine Warteliste – und dein Anbieter steht selbst darauf
Drei Meldungen aus 48 Stunden werden getrennt diskutiert: eine 250-Milliarden-Bürgschaft von Nvidia, ein rationierter Azure-Betrieb und das größte je offen veröffentlichte Sprachmodell. Sie beschreiben denselben Befund. Rechenkapazität ist das knappe Gut, sie wird nach Prioritätsliste zugeteilt – und bei einem proprietären Modell gibt es genau eine Warteschlange, in der der Anbieter mit seinem eigenen Produkt vor dir steht.
27. Juli 2026 · 13 Min. Lesezeit
Strategie & Forschung
Der Effort-Regler bei Claude Opus 5: Warum das eigentliche Feature nicht der halbe Preis ist
Die Schlagzeile zu Claude Opus 5 lautet: Frontier-Leistung zum halben Preis. Die für Unternehmen wichtigere Neuerung steht klein daneben – ein Regler, mit dem man pro Anfrage einstellt, wie viel das Modell nachdenkt. Er spart aber kein Geld von selbst. Er verlagert eine Entscheidung auf dich, die per Voreinstellung teuer ausfällt. Und dass zwei Konkurrenten gleichzeitig mit Effizienz statt mit Intelligenz werben, ist das eigentlich verräterische Signal.
25. Juli 2026 · 13 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
Der zweite OpenAI-Vorfall: Fünf Tage lang war es ein Angriff. Dann war es ein Versehen.
Drei Wochen nach dem ersten OpenAI-Vorfall trat genau das ein, was damals als seltener Sonderfall galt: ein echter Sandbox-Ausbruch. Fünf Tage lang behandelte die Sicherheitsbranche den Angriff auf Hugging Face als Cyberkriminalität eines unbekannten Akteurs – bis OpenAI sich selbst dazu bekannte. Die protokollierte Angriffstechnik änderte sich in diesen fünf Tagen kein bisschen. Nur die Bewertung. Und genau darin liegt die eigentliche Lehre.
24. Juli 2026 · 14 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
Der OpenAI-Vorfall: Warum dein KI-Agent kein neuer Mitarbeiter ist
Die Schlagzeile lautet: eine KI ist aus ihrer Sandbox ausgebrochen. Technisch stimmt das nicht – es war eine Berechtigungslücke. Und genau deshalb ist der Vorfall kein exotisches Frontier-Problem, sondern dieselbe Klasse von Fehler, die jedes Unternehmen mit einem produktiven KI-Agenten trifft. Der teuerste Denkfehler dabei: einen Agenten wie einen neuen Mitarbeiter zu behandeln.
21. Juli 2026 · 13 Min. Lesezeit
Strategie & Forschung
Der Kimi-K3-Schock: Warum die Börse eine Wette wiederholt, die sie schon verloren hat
Ein chinesisches Modell soll 3,3 Billionen Dollar Börsenwert vernichtet haben. Die Chronologie sagt etwas anderes: Der Ausverkauf begann drei Wochen vorher. Dieselbe Wette wurde im Januar 2025 schon einmal platziert – und ging anders aus, als der Markt dachte. Für dein KI-Budget ist die eigentliche Nachricht ohnehin eine andere.
20. Juli 2026 · 14 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
Kimi K3 und die DSGVO: Was der chinesische Preisvorteil in der Praxis wirklich kostet
Moonshot AI hat mit Kimi K3 das größte offene Sprachmodell der Welt vorgestellt – günstiger als westliche Flaggschiff-Modelle. Die naheliegende Lösung fürs DSGVO-Problem, Self-Hosting, ist für den Mittelstand wirtschaftlich irrelevant. Die eigentliche Erkenntnis liegt woanders: Schon für die Vorgängergeneration gibt es EU-Hosting, das günstiger ist als Moonshots eigene China-API.
20. Juli 2026 · 12 Min. Lesezeit
Produkt & Kosten
Was ein MVP wirklich kostet: Der Denkfehler hinter den meisten Angebots-Preisen
„Software-Projekte laufen immer aus dem Ruder“ ist die Angst, die viele MVP-Entscheidungen lähmt – gestützt auf Studien zu Millionen-Projekten, die mit einem MVP nichts zu tun haben. Die eigentliche Erkenntnis: Ein Festpreis-Angebot ist eine Versicherungsprämie gegen genau die Unklarheit, die du selbst mitbringst. Und KI-Tools lösen bislang nicht das, was MVP-Budgets wirklich sprengt.
14. Juli 2026 · 13 Min. Lesezeit
Governance & Guardrails
NIST AI RMF und ISO 42001: Was KI-Governance-Frameworks wirklich bringen – und was (noch) nicht
NIST AI RMF und ISO/IEC 42001 werden meist als Compliance-Übung verkauft – wegen des EU AI Act. Die Recherche zeigt etwas anderes: Der Gesetzgeber erkennt ISO 42001 noch gar nicht als Rechtsschutz an, aber Einkaufsabteilungen großer Kunden fragen die dahinterliegende Struktur längst ab. Plus: eine eigene Übersetzungstabelle von den vier NIST-Funktionen zu konkreten technischen Guardrails.
12. Juli 2026 · 13 Min. Lesezeit
Strategie & Forschung
Die Zukunft der KI: Was sich seriös vorhersagen lässt – und was nicht
Über die Zukunft der KI hat praktisch jeder eine Meinung – Forscher, CEOs, Berater, Journalisten. Fast keine dieser Meinungen ist an dem gemessen, was die Forschung über Prognosen selbst herausgefunden hat. Dieser Artikel macht etwas anderes: Er trennt, was sich robust vorhersagen lässt, von dem, was reine Spekulation ist – mit den Daten, nicht mit einer weiteren Meinung.
10. Juli 2026 · 13 Min. Lesezeit
Architektur & Lizenzen
KI in die eigene Software – über MCP und dein Abo, ohne die API zu bezahlen
„Muss ich für KI in meiner Software wirklich die teure API bezahlen?“ – die überraschende Antwort: für den eigenen Gebrauch oft nein. Über das Model Context Protocol (MCP) lässt sich deine individuelle Software an dein bestehendes Claude- oder ChatGPT-Abo anschließen. Was dabei erlaubt ist, wie es bei Firmen aussieht, was die Hersteller dazu sagen – und wo der Weg an seine Grenzen stößt.
9. Juli 2026 · 12 Min. Lesezeit
Recht & Regulierung
Der EU AI Act: Was Unternehmen wirklich wissen müssen – und was nur Panik ist
„Wir müssen jetzt alles CE-zertifizieren lassen“ und „das kostet 35 Millionen Strafe“ sind die zwei Sätze, die jede AI-Act-Diskussion vergiften – und für die allermeisten Unternehmen schlicht falsch sind. Was der EU AI Act wirklich verlangt, welche Rolle über deinen Aufwand entscheidet, und die eine Pflicht, die seit Februar 2025 gilt und fast niemand umgesetzt hat.
8. Juli 2026 · 12 Min. Lesezeit
Recht & Datenschutz
DSGVO und KI: Wo der Datenschutz Unternehmen wirklich bremst – und wo nicht
„Die DSGVO verhindert doch sowieso alles“ ist der Satz, der AI-Vorhaben in deutschen Unternehmen am häufigsten vorschnell beendet – oder erst gar nicht beginnen lässt. Die ehrliche Antwort ist differenzierter: Ein Überblick über die vier Stellen, an denen der Datenschutz tatsächlich Grenzen setzt, und was sich 2026 gerade ändert.
7. Juli 2026 · 11 Min. Lesezeit
AI-Architektur
RAG statt Fine-Tuning: Wie dein Unternehmen mit AI auf eigenen Daten arbeitet, ohne sie zu trainieren
„Wir wollen ein eigenes AI-Modell“ meint in den allermeisten Erstgesprächen etwas anderes: AI soll das eigene Firmenwissen kennen, nicht neu trainiert werden. Warum Retrieval-Augmented Generation (RAG) dafür fast immer die bessere Antwort ist als Fine-Tuning – und wo die eigentliche Arbeit steckt.
6. Juli 2026 · 9 Min. Lesezeit
Automatisierung
Wo lohnt sich Automatisierung wirklich? Warum die meisten ROI-Rechnungen zu optimistisch sind
Gartner, EY und Deloitte beziffern die Ausfallquote von Automatisierungsprojekten auf 30 bis 50 Prozent. Der Grund liegt selten in der Technik – sondern darin, wie ROI gerechnet wird. Ein Rahmen, der zeigt, welche Prozesse sich wirklich lohnen.
4. Juli 2026 · 10 Min. Lesezeit
Automatisierung
Vom manuellen Angebot zum automatisierten Angebotsprozess
Angebotsautomatisierung spart nicht nur Tipparbeit – sie ist ein Vertriebshebel. Wo sich Automatisierung im Angebotsprozess wirklich lohnt, wo AI hilft und wo sie fehl am Platz ist.
3. Juli 2026 · 9 Min. Lesezeit